VPN für China

Große Firewall von China: Mit VPN für freies Internet

In China ist Internetzensur an der Tagesordnung – tausende Internetseiten sind gesperrt. Wer die Große Firewall überwinden möchte, braucht ein VPN. Mit welchen Anbietern Sie Zugang ins freie Netz erhalten, erfahren Sie hier. Einst als Grenzbefestigung erbaut, ist die Chinesische Mauer mittlerweile mehr Touristenmagnet, denn Bollwerk gegen Invasoren und Feinde. Zusätzlich baute China eine weitere Mauer – dieses Mal aber digital: Mit dem „Projekt Goldener Schild“ wird das freie Internet für die 700 Millionen Chinesen quasi unzugänglich. So sind tausende westliche Webseiten und Dienste gesperrt oder nur eingeschränkt zugänglich, darunter Facebook, Google oder Wikipedia. Nicht nur Einwohner betrifft dieser Umstand, auch Touristen und Geschäftsreisende müssen sich der Zensur beugen. Wer sich frei im Internet bewegen möchte, um etwa per WhatsApp oder Instagram mit der Familie daheim zu kommunizieren, benötigt zwangsläufig ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN).

VPN in China: Wie funktioniert es?

Jedes Gerät hat eine eigene IP-Adresse, anhand derer ersichtlich ist, aus welchem Land der Nutzer die Anfrage zum Webseitenaufruf stellt. Loggt sich der Nutzer mit chinesischer IP ein, können keine westlichen Seiten aufgerufen werden. Ein VPN baut eine Art Tunnel zwischen China und dem Rest der Welt auf: Der VPN-Client schickt die Anfrage des Nutzers an einen Server außerhalb Chinas, der die Anfrage bearbeitet. Dieser ruft die gewünschte Webseite auf und sendet die Daten verschlüsselt an den PC des Kunden zurück. Es ist also so, als wenn Sie sich digital in einem anderen Land aufhalten. Zudem wird die Herkunft und Identität des Nutzers vom VPN-Dienst verschleiert, da die Adresskennung der IP ausgetauscht wird. Chinas Provider, Staatsmacht oder andere unerwünschte Personen haben daher keinerlei Zugriff auf persönliche Informationen.

China: wieso ist VPN zwingend erforderlich?

In der Volksrepublik China ist Zensur alltäglich und natürlich betrifft dieser Umstand nicht nur Zeitungen und Fernsehen, sondern auch das Internet. Webseiten aus dem Westen werden entweder ganz geblockt oder sind, wie im Fall von Wikipedia, nur in zensierter (chinafreundlicher) Variante aufzurufen. Wer nach China reist, benötigt auf jeden Fall ein VPN, um auf gewohnte Dienste wie Google Maps, Twitter oder seine E-Mails zuzugreifen. Ohne einen funktionierende VPN-Tunnel wären diese schlicht nicht erreichbar.

Welche Webseiten sind in China gesperrt?

So gut wie alle Seiten, die Europäer täglich nutzen sind in China gesperrt. Seien es Nachrichtenseiten wie Reuters, die New York Times, FAZ, SZ, Le Monde oder Seiten mit pornografischen Inhalten wie Pornhub. Freie Informationsbeschaffung wird weiterhin erschwert durch die Zensur sämtlicher Google-Dienste wie Gmail, Maps oder YouTube. Zudem sind im Land der Großen Mauer WhatsApp, Twitter, Instagram, Snapchat, SoundCloud und Blogspot von der Sperre betroffen.

Wieso verbietet China VPN nicht?

Natürlich weiß auch die chinesische Regierung von der Existenz von VPN. Wieso dennoch nicht alle VPN-Dienste rigoros geschlossen werden, hat einen simplen Grund: wirtschaftliche Interessen. Die meisten internationalen Unternehmen wären ohne VPN aufgeschmissen – sichere Verbindungen zu Geschäftspartnern außerhalb Chinas sind unerlässlich zur Wahrung vertraulicher Betriebsinformationen. Aus diesem Grund sind VPN in China nicht komplett verboten und gesperrt.

Was sind die besten VPN-Anbieter für China?

Momentan gibt es (noch) eine Reihe von VPN-Anbietern, die den wachsamen Augen der chinesischen Behörden entgehen. Mit der Technologie der Deep Impact Inspection sollen eigentlich Spam und Viren entdeckt werden, die Technik eignet sich jedoch auch zu Überwachungs- und Zensurzwecken. Nachfolgende VPN-Dienste eignen sich für einen Einsatz in Ländern mit repressiven Regimes, etwa der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder dem Iran. Installieren müssen Sie den Client jedoch vor Reiseantritt. In einem Land mit eingeschränkter Internetfreiheit haben Sie meist keine Möglichkeit mehr, einen VPN-Dienst herunterzuladen. Die Verschleierungsfunktion geht zudem meist mit einer langsameren Verbindungsgeschwindigkeit einher.

1. NordVPN

Im großen Vergleichstest schlug sich vor allem NordVPN in allen Belangen ausgezeichnet – und wurde mit der Note „1,4 – sehr gut“ zum Testsieger. NordVPN hat zudem eine Funktion, die es erlaubt, sicher in Staaten mit Internetzensur zu surfen. Um in China auch gesperrte Seiten aufzurufen nutzen Sie die speziell von NordVPN aufgesetzten Tarn-Servern (Obfuscated Servers). Diese müssen zuerst in den Einstellungen aktiviert werden: Im Einstellungsmenü stellen Sie den Schalter neben Obfuscated Servers auf On. Im Hauptmenü verbinden Sie sich mit einem der Tarn-Server. Für chinesische Behörden wird der Datenverkehr so verschleiert, dass er wie normaler HTTPS-Traffic erscheint und somit nur schwer von der Deep Packet Inspection erfasst werden kann.

2. Surfshark

Mit der Note „1,5 – gut“ belegt Surfshark im großen Vergleichstest Platz 2 und wird zudem Preis-Leistungs-Sieger bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Surfshark, mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln, bietet gleich zwei Methoden an, um den chinesischen Behörden in Puncto Internetzensur zu entgehen. Zum einen gibt es das Shadowsocks-Protokoll. Dieses sollten Sie wählen, wenn Sie im Browser ungehindert surfen möchten. Da der Datenverkehr bloß auf HTTPS „getrimmt“ wird und es sich im Kern um ein Proxy-Protokoll handelt, erstreckt sich der Schutz nicht auf andere Anwendungen. Zusätzlich muss Shadowsocks separat auf der Surfshark-Webseite konfiguriert werden. Wesentlich einfacher ist da der sogenannte No-Borders-Modus im Client: Dieser bietet eine Reihe von Spezial-Servern, die für Regionen mit eingeschränktem Internet ausgelegt sind. In den Einstellungen lässt sich der No-Borders-Modus umstandslos aktivieren.

3. VyprVPN

Wen Sie ein gutes VPN-Komplettpaket zum kleinen Preis suchen, wird bei VyprVPN fündig. Im großen Vergleichstest wurden die Schweizer bei einem 1-Jahres-Abo Preis-Leistungs-Sieger (Note 2,0 – gut). Um sich in Ländern mit eingeschränktem Internet frei zu bewegen, hat VyprVPN ein eigenes Sicherheitsprotokoll mit dem Namen Chameleon entwickelt. Dieses basiert auf dem OpenVPN-Protokoll. Zwar wurde die VyprVPN-App zwischenzeitlich in China gesperrt, durch Chameleon 2.0 soll laut Herstellerangaben das freie Surfen wieder möglich sein. Auf allen Programmversionen muss das Protokoll jedoch erst in den Einstellungen aktiviert werden.

Ist die Nutzung von VPN in China strafbar / illegal?

Bei diesem Umstand handelt es sich um eine rechtliche Grauzone: Zwar ist die Nutzung eines VPN nicht grundsätzlich verboten, von den Behörden wird sie jedoch auch nicht grundsätzlich erlaubt. Firmen nutzen VPN zur sicheren Kommunikation, der Aufruf von nicht erwünschten Seiten ist dennoch nicht gerne gesehen. Um diese Nutzung für Firmen zu ermöglichen haben die regulierenden Behörden diverse VPN-Dienste freigegeben. Die erlaubten Anbieter müssen jedoch ein Hintertürchen in ihren VPNs einbauen: So werden Logs protokolliert und verdächtige oder verbotene Aktivitäten an die zuständigen Behörden gemeldet werden. Wie sieht es bei Geschäftsleuten und Touristen aus, die sich bloß für kurze Zeit im Land aufhalten? Hier sind keine Fälle bekannt, in denen Strafen oder Restriktionen durch die Nutzung eines VPN zu befürchten wären. Es wird sogar davon berichtet, dass internationale Hotels wie das Grand Hyatt in Shanghai Hotelgästen und Besuchern freies Internet zur Verfügung stellen. Einfacher und bequemer ist es da natürlich einen VPN vorinstalliert zu haben, um überall auf unzensiertes Internet zuzugreifen.

Was alles kann VPN?

Nicht nur in China ist die Nutzung eines VPN sinnvoll: Wenn Sie häufig über öffentliche Hotspots an Bahnhöfen, Cafés, Fast-Food-Restaurants oder Hotels ins Internet gehen, setzt sich einer erhöhten Gefahr aus – meist sind die freien WLAN-Zugänge nicht besonders gut geschützt. Hacker haben leichtes Spiel persönliche Nutzerdaten wie Bankzugänge, private Nachrichten oder wichtige Passwörter einfach und schnell abzufischen. Ein VPN sorgt dafür, dass der Datenverkehr verschlüsselt gesendet und empfangen wird. Wen Sie auch in China nicht auf ihre Lieblingsserien auf Netflix oder deutsches Live-TV von ARD, ZDF & Co. verzichten möchten, brauchen Sie zwangsläufig einen VPN-Zugang, um Geoblocking zu umgehen.

Mehr über die Funktionsweise von VPN erfahren sie im Ratgeber Was ist VPN?