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Sicher surfen: VPN-Software im Test

29.01.2020 Unterwegs E-Mails verschicken und empfangen, online shoppen oder sich die Lieblingsserie streamen: Längst surfen wir überall und jederzeit im Internet und hinterlassen dabei virtuelle Spuren. Dass diese Spuren oftmals mitgelesen und weiterverwertet werden, ist zunehmend im Bewusstsein und wird kritisch hinterfragt. Wenn Sie anonym surfen möchten, finden Sie mit einer VPN-Software ein Programm, mit dem Sie Ihre IP-Adresse verbergen bzw. anonymisieren können. Im großen VPN-Test haben wir 16 Anbieter miteinander verglichen und u. a. in Sachen Geschwindigkeit, Sicherheit und Bedienkomfort bewertet. Außerdem erfahren Sie, was VPN überhaupt ist, wie anonym Sie tatsächlich über VPN surfen und weiteres Wissenswertes zum Thema.

VPN-Test: 16 Anbieter im Vergleich

Im Test haben wir die die größten Anbieter Virtueller Privater Netzwerke (VPN) im Detail ausprobiert und bewertet. Grundsätzlich stehen Clients für nahezu alle gängigen Geräte und System zur Verfügung: Surfen Sie über einen Computer oder Mac, unter Windows 7 oder 10, OS X oder iOS, mit einem iPad, iPhone oder Android-Smartphone über Firefox, dem Internet Explorer, Opera oder einem anderen Browser sicher und anonym. Einige der VPN-Anbieter erlauben auch die Anbindung Ihres Smart-TVs. Im VPN-Test haben wir uns dabei auf bezahlpflichtige Clients konzentriert – es gibt zwar auch kostenlose VPN-Tools, diese bieten meist aber nur begrenzt Schutz.


NordVPN

Platz 1: NordVPN ist Testsieger

Bestnoten in nahezu allen getesteten Bereichen erhält der Client von NordVPN. Einrichtung und Bedienung gehen leicht und bequem von der Hand, die Bezahlung erfolgt auf Wunsch anonym per Bitcoin. Bei der Sicherheit kann sich NordVPN sehen lassen: Eine „No-Log-Policy“, Überseestandort, sehr gute Verschlüsselung, sowie ausgefeilte Verschleierungs- und Schutzmittel ergeben ein rundes Bild. Die Infrastruktur ist ebenfalls top: Über 5.300 Server in fast 60 Ländern bieten eine enorme Auswahl – auch fürs Streaming. Downloads und Uploads von Dateien waren im Test fast genauso schnell wie im Normalbetrieb ohne VPN-Tunnel.

Zum Angebot: NordVPN

Platz 2: Surfshark – Preis-Leistungssieger (2 Jahres-Abo)

Großer Hai oder nur ein kleiner Fisch? Im Test überzeugt der VPN-Client vor allem mit vielen Extrafunktionen, einer einfachen Bedienbarkeit und hervorragender Sicherheit. Mit knapp über 1.000 Servern in über 60 Ländern kann Surfshark zwar nicht mit dem Testsieger mithalten, dennoch ist die Geschwindigkeit aber meist top. Kleine Abzüge gibt es lediglich beim Streamen von Netflix. Unschlagbar hingegen ist der sehr günstige Abo-Preis (beim Abschluss eines 2-Jahres-Abos) sowie die Möglichkeit, eine Lizenz auf unbegrenzt vielen Geräten gleichzeitig zu nutzen.

Zum Angebot: Surfhsark

Platz 3: ExpressVPN – Bester Leistungsumfang

Viel hilft viel: Beim Leistungsumfang macht dem Anbieter ExpressVPN niemand etwas vor. Eine hohe Anzahl an Servern und Standorten und zahlreiche Funktionen für optimale Sicherheit und Anonymität beim Surfen werden ergänzt durch sinnvolle Extras. Die Geschwindigkeit ist gut, wenn auch nicht spitze. Eine Lizenz kann auf unbegrenzt vielen Geräten genutzt werden. Dabei gestaltet sich die Anmeldung am PC teilweise umständlich. Aufgrund des etwas höheren Preises als bei Surfshark ordnet sich ExpressVPN auf den dritten Platz ein.

Zum Angebot: ExpressVPN

Platz 4: CyberGhost VPN

Das Urgestein unter den besten VPN-Anbietern punktet mit einer sehr großen Anzahl an Servern und Standorten. Besonders sind auch die bei jeder Verbindung angezeigten Serverdetails und eigene Serverlisten für Streaming und Torrenting. In Sachen Sicherheit und Zusatzfunktionen liegt CyberGhost VPN im guten Mittelfeld, auch wenn einzelne sinnvolle Funktionen fehlen. Vor allem bei der mobilen Version wurde auf (zu) viele Einstellungsmöglichkeiten verzichtet. Insgesamt gehört der VPN-Anbieter aber verdient zu den Top 5.

Zum Angebot: Cyberghost

Platz 5: Proton VPN

Wer besonders auf Sicherheit und Anonymität viel Wert legt, bekommt mit ProtonVPN einen empfehlenswerten, wenn auch nicht ganz günstigen VPN-Dienst an die Hand. Die Schutzmittel sind sehr gut, die Transparenz hervorragend. Der Firmensitz in der Schweiz mit den strengen Datenschutzgesetzen trägt ebenfalls zu der guten Vertrauenswürdigkeit bei. Allerdings fällt die Anzahl der Server und Standorte eher gering aus, und was im Auslandsurlaub noch gut funktioniert – das Streamen von deutschen Mediatheken und deutschem Netflix – lässt bei US-Diensten etwas zu wünschen übrig.

Zum Angebot: Proton

Platz 6: Hide.me

Im guten Mittelfeld hält Hide.me genau das, was der Name des Anbieters verspricht: Anonymität und Sicherheit beim Surfen. Der Dienst arbeitet stabil und mit einer guten Geschwindigkeit, die vielen Zusatzfunktionen und top Sicherheitsprotokolle runden das umfangreiche Gesamtpaket ab. Dieses hat allerdings einen relativ hohen Preis, die mobile Version kommt abgespeckt daher, und wer über Hide.me Netflix nutzen möchte, muss erst einen passenden Server finden. Wer sich selbst überzeugen möchte: Eine reduzierte Gratis-Version ist verfügbar.

Zum Angebot: Hide.me

Platz 7: VyprVPN – Preis-Leistungssieger (1-Jahres-Abo)

Wer über seinen VPN-Client vor allem Inhalte aus Mediatheken, Live-TV oder Netflix streamen möchte, wird seine helle Freude an VyprVPN haben – hier zeigt sich der Anbieter überdurchschnittlich stark und schnell. Auch die, teils hauseigenen, Sicherheits-Features und die einfache Bedienung wissen zu überzeugen. Besonders in Ländern mit beschränktem Internet kann VyprVPN seine Stärken ausspielen. Weil anonyme Zahlmethoden und einzelne Funktionen fehlen, welche die Konkurrenz bereits zu bieten hat, erzielt VyprVPN jedoch nur eine mittlere Platzierung.

Zum Angebot: VyprVPN

Platz 8: Windscribe

Ein Anbieter der unbegrenzten Möglichkeiten – zumindest fast: Der VPN-Dienst überzeugt mit hervorragender Verschlüsselung, ausgezeichneter Kompatibilität und starker Streaming-Performance. Und das alles für einen günstigen Preis. Als einer der wenigen Anbieter können Sie Windscribe mit leichten Einschränkungen sogar „for free“ nutzen. Aber: Die Geschwindigkeiten sind vor allem beim Download oft nicht besonders gut, und der Firmensitz in Kanada lässt Zweifel aufkommen, wenn es um die hundertprozentige Privatsphäre geht.

Zum Angebot: Windscribe

Platz 9: Perfect Privacy VPN

Der Schweizer Anbieter Perfect Privacy bietet in Punkto Sicherheit und Funktionsumfang einen sehr guten, aber auch sehr teuren VPN-Client für viele gängigen Systeme und Geräte an. Mit über 100 Euro pro Jahr gehört Perfect Privacy zu den teuersten Kandidaten im Testfeld. Während die Geschwindigkeit gut (aber nicht die beste) ist, klappt Netflix streamen mit dem Client überhaupt nicht. iOS-Nutzer schauen ebenfalls in die Röhre – eine entsprechende App gibt es nicht. Preis-Leistung überzeugt also nicht in jedem Fall.

Zum Angebot: PerfectPrivacy

Platz 10: PureVPN

Eine sehr große Anzahl an Serverstandorten und Ländern, zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten und Zusatzfunktionen sowie eine starke Streaming-Performance: All diese Punkte lassen PureVPN auf den ersten Blick als einen top VPN-Client erscheinen. In der Anwendung zeigen sich dann aber leider Schwächen, die zu der Platzierung im hinteren Mittelfeld führen. Im Test kam es häufig zu Verbindungsabbrüchen und mehr oder weniger dramatischen Geschwindigkeitseinbußen. Auch die Bedienung am Desktop-PC macht leider nur wenig Spaß.

Zum Angebot: PureVPN

Platz 11: HMA (HideMyAss) VPN

Eigentlich präsentiert sich HMA (HideMyAss) als VPN-Anbieter, der keine Wünsche offenlässt: Die Bedienung ist einfach, Sicherheit und Geschwindigkeit sind ordentlich und mit Servern in 190 Ländern ist der Client in diesem Punkt Spitzenreiter. Auch bei der Nutzung von Netflix zeigt HMA sich von seiner besten Seite. Leider erweckt der Firmensitz in Großbritannien Misstrauen, außerdem werden Metadaten der Nutzer gesammelt. Zusammen mit den im Test häufiger verzeichneten Verbindungsabbrüchen reicht es so nur für Platz 11.

Zum Angebot: HideMyAss

Platz 12: Avast SecureLine VPN

Ein solider VPN-Client für Einsteiger – so könnte man Avast SecureLine VPN zusammenfassen. Die Bedienung ist einfach, die Pflicht in Sachen Sicherheit wird erfüllt, und die Geschwindigkeit ist meist in Ordnung. Auch Netflix kann mit sehr guter Performance genutzt werden. Anspruchsvollere Nutzer werden allerdings schnell an ihre Grenzen kommen, denn die Serverauswahl ist sehr begrenzt, wichtige Zusatzfunktionen fehlen nahezu komplett, und es kommt immer wieder zu Unterbrechungen bei der Verbindung.

Zum Angebot: AvastSecureLine

Platz 13: TunnelBear

Der Name ist optisch Programm: TunnelBear präsentiert sich in einem fast schon niedlichen Design mit Bären und Tunneln. Von der technischen Seite, in Punkto Sicherheit und bei der Geschwindigkeit kommt der kanadische Anbieter auf anständige, aber nicht herausragende Ergebnisse. Schade: Bei den ohnehin schon wenigen Servern wählt der VPN-Client nicht immer den schnellsten, auf Netflix kann gar nicht zugegriffen werden. Und auch der Firmensitz in Kanada lässt datenschutzrechtlich Fragen offen.

Zum Angebot: TunnelBear

Platz 14: ZenMate

Mit rund 1.500 Servern in 37 Ländern und einer sehr guten Streaming-Qualität bei US-Netflix, deutschem Live-TV und Mediatheken hätte ZenMate eigentlich eine bessere Platzierung als Platz 14 verdient. Leider sorgen die ansonsten stark reduzierte Geschwindigkeit, Deutschland als Firmenhauptsitz des VPN-Anbieters und dass deutsches Netflix aus dem Ausland nicht aufgerufen werden kann, für Punktabzug. Immerhin: Der Basisschutz ist gut, die Bedienung einfach und der Preis relativ günstig.

Zum Angebot: ZenMate

Platz 15: Bitdefender Premium VPN

Ein guter Basisschutz für kleines Geld – so lässt sich der VPN-Client von Bitdefender zusammenfassen. Neben einer ordentlichen Serveranzahl überzeugt vor allem das flotte Tempo. Warum es dennoch nur für den vorletzten Platz gereicht hat? Weil es an einigen Standard- und nahezu allen Zusatzfunktionen fehlt und Netflix über den Client überhaupt nicht funktioniert. Nicht ganz ideal ist außerdem, dass man zwingend eine Sicherheitslösung von Bitdefender dazukaufen muss – den VPN-Dienst gibt es nicht einzeln.

Zum Angebot: Bitdefender Premium

Platz 16: Avira Phantom VPN Pro

Verhältnismäßig wenig Server, ein nur durchschnittliches Tempo und keine anonyme Bezahlmethoden: Beim VPN-Client von Avira fehlt es an vielen Stellen. Das größte Manko sind jedoch die vielen Unterbrechungen der Verbindung. Auch Metadaten werden im größeren Umfang gespeichert. Die Lichtblicke, die Avira Phantom VPN trotzdem im Rennen halten: Streaming und die Umgehung von Geoblocking funktionieren tadellos, die Bedienung ist einfach und der Basisschutz beim anonymen Surfen ist vorhanden.

Zum Angebot: AviraPhantom

Schnell und sicher surfen: Die Testkriterien

Tipp: Bei den besten VPN-Anbietern gibt es eine kostenlose Testphase innerhalb derer Sie den Client auf Herz und Nieren prüfen können. Wer sich die individuelle Testphase sparen bzw. abkürzen möchte, findet in unserem ausführlichen VPN-Test eine Entscheidungshilfe. In folgenden Punkten haben wir NordVPN und andere Anbieter miteinander verglichen:

  • Leistung und Geschwindigkeit: Oftmals wird VPN-Verbindungen nachgesagt, dass sie das Surfvergnügen in Sachen Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Bei den Testsiegern ist das anders. Diese überzeugen mit kurzen Reaktionszeiten und bauen Webseiten im sicheren Browser rasend schnell auf - egal, ob Sie am iPad oder am Windows-Computer surfen. Entscheidend für eine leistungsfähige Verbindung, egal wo Sie sich gerade aufhalten, ist auch eine möglichst große Anzahl an Servern in unterschiedlichen Ländern.
  • Unterstützung von Streaming-Diensten: Auch und gerade beim Abruf von Streaming-Inhalten ist eine stabile Geschwindigkeit sehr gefragt. Viele der VPN-Programme im Test unterstützen ausgewählte Plattformen, wie Sky, Netflix, YouTube oder Spotify. Haben Sie hier Präferenzen, sollten Sie vor dem Abschluss eines kostenpflichtigen Abos genau hinschauen, ob Ihr Streaming-Anbieter von dem VPN-Client Ihrer Wahl unterstützt wird. Der Testsieger NordVPN unterstützt beispielsweise nicht den Anbieter Sky.
  • Sicherheit: Damit Sie tatsächlich komplett sicher surfen, sind die Daten im Idealfall bei der Übertragung voll verschlüsselt. Einige der Testkandidaten zeigen hier kleine Schwächen, indem Sie beispielsweise Metadaten nicht entsprechend schützen. Ob und welche Spuren Sie bei einer VPN-Verbindung ohnehin im Netz hinterlassen, erfahren Sie in der detaillierten Erklärung zum Thema VPN weiter unten im Text.
  • Zahlungsmöglichkeiten: In der Regel haben Sie bei allen VPN-Programmen im Test die Wahl zwischen allen gängigen Bezahlwegen – etwa verschiedene Kreditkarten, PayPal und die Sofortüberweisung. Die besten VPN-Anbieter im Test setzen außerdem auch beim Bezahlen auf volle Anonymität und bieten die Zahlweise Kryptowährung (zum Beispiel mit Bitcoins) an.
  • Bedienung: Um Inkognito surfen zu können zwar nicht entscheidend und dennoch gerade für Einsteiger wichtig, ist die einfache Bedienung eines VPN-Clients. In der Regel werden Sie durch das Hinzufügen von Geräten, das Einrichten und Konfigurieren Schritt für Schritt geführt. Erklärungen und nützliche Hinweise finden Sie oftmals entweder auf der Website des VPN-Anbieters oder direkt innerhalb des Clients.

Die besten Anbieter im VPN-Test kosten knapp über 70 Euro im Jahr – eine lohnende Investition, um anonym zu surfen. In der Bestenliste finden Sie allerdings auch deutlich günstigere Angebote, wie unsere Preis-Leistungs-Sieger Surfshark und VyprVPN, allerdings müssen Sie ggf. Abstriche in Sachen Geschwindigkeit und Bedienkomfort machen. Grundsätzlich können Sie aber auch mit den Schnäppchen erfolgreich Ihre IP Adresse verbergen und so deutlich sicherer surfen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Clients und wie diese bei den oben beschriebenen Punkten abschneiden, erfahren Sie auf den jeweiligen Detailseiten der VPN-Software.

Im Detail: Worauf Sie beim Vergleich von VPN-Anbietern außerdem achten sollten

Unser Test zeigt, dass viele der VPN-Anbieter gut geeignet sind, um schnell und anonym im Internet zu surfen. Um leichter zu einer Entscheidung für einen Client zu kommen, erklären wir Ihnen im Folgenden einige wichtige Eigenschaften und worauf Sie beim Vergleich achten sollten.

  1. Standorte der Server: Viele der VPN-Programme im Test haben hunderte Server in dutzenden Ländern weltweit. Doch die Menge allein macht noch keinen guten Client. Wenn es Ihnen ausschließlich darum geht, die IP-Adresse zu verbergen und Daten zu verschlüsseln und dabei auch weiterhin mit maximaler Geschwindigkeit zu surfen, sollten Sie darauf achten, dass die genutzten Server in Ihrer Nähe stehen. Wenn Sie Ländersperren (sogenanntes GEO-Blocking) umgehen möchten, achten Sie darauf, dass in dem jeweiligen Zielland möglichst viel VPN-Server stehen. Ein Beispiel macht es klarer: Wenn Sie häufig auf Inhalte aus den USA zugreifen möchten, sollte Ihr VPN-Anbieter entsprechend Server dort stehen haben.
  2. Transparenz des Anbieters: Der VPN-Client verschleiert Ihre Identität im Netz – und gleichzeitig geben Sie dem Programm gegenüber oftmals selbst viele sensible Daten preis, beispielsweise wenn Sie den Client auf Ihren verschiedenen Geräten installieren. Achten Sie deswegen unbedingt darauf, dass der Anbieter transparent kommuniziert, wie mit Ihren Daten umgegangen wird, insbesondere wo der Hauptsitz des Unternehmens ist, mit denen Sie einen Nutzungsvertrag abschließen. Entsprechend dieser Daten gelten nämlich die Datenschutzrichtlinien des jeweiligen Landes – und diese sind teilweise sehr unterschiedlich. Auf der sicheren Seite sind Sie in der Regel mit Anbietern, die Ihren Geschäftssitz in Europa und Nordamerika haben – sogenannte Offshore-VPN-Anbieter sind hingegen nicht zu empfehlen, da sich hier die tatsächliche Firmenstruktur und der Umgang mit Ihren Daten kaum oder nur schwer nachvollziehen lässt.
    Gut zu wissen: In unserem großen VPN-Test finden Sie ausschließlich vertrauenswürdige VPN-Anbieter.
  3. Ihre bevorzugte Software: Viele der hier vorgestellten Clients sind kompatibel mit allen gängigen Betriebssystemen und Geräten. Überlegen Sie dennoch im Vorwege, ob und wie viele Microsoft-Computer und Android-Smartphone, Mac Books und iOS-Geräte, wie iPads oder iPhones, Sie mit dem Client anonymisieren wollen und prüfen Sie ggf. die Detailbeschreibung eines Anbieters, ob dieser alle Geräte und Systeme abdeckt. Wenn Sie Streaming-Dienste über VPN nutzen möchten, sollten Sie auch hier genau hinschauen, ob Netflix, Sky und Co. unterstützt werden.

Ausführlich erklärt: Was ist VPN?

VPN ist die Abkürzung für Virtuelles Privates Netzwerk. Die hier vorgestellten Tools eröffnen quasi einen geheimen Tunnel zwischen Ihrem Windows-Computer, Android-Smartphone, iPhone oder iPad und den verschiedenen Webinhalten. Um zu verstehen, warum das überhaupt nötig ist und wie die Technik VPN genau funktioniert, erklären wir zuerst, wie surfen im Internet bzw. das Internet an sich überhaupt funktioniert:

Um eine Webseite bzw. URL aufrufen zu können, nutzt der Computer, das iPad oder jedes andere Gerät eine IP-Adresse – mit der Zahlenfolge kann das Gerät identifiziert und Daten können empfangen werden. Außerdem verbindet sich das Gerät über die Adresse mit dem jeweiligen Provider, um eine Internetverbindung herzustellen. Zusätzlich kontaktieren Sie bei der Abfrage einer URL einen Domain Name System (DNS) Server, der Ihnen die zugehörige IP-Adresse einer URL zurückgibt. Ihr Provider bzw. der Server des Providers verbindet Sie dann mit dieser IP-Adresse: die URL wird aufgerufen.

Bei einem Website-Aufruf gehen Ihre Daten bzw. Ihr IP-Adresse also durch mehrere Hände: Sowohl der DNS-Server bzw. der Anbieter dieses Servers, als auch der Betreiber der Website die Sie aufrufen kann mit Hilfe ihrer einzigartigen IP-Adresse Bewegungsprofile erstellen und verschiedene Daten über Sie speichern, die zum Beispiel zum Versenden von (unerwünschter) Werbung genutzt werden.

Wie funktioniert VPN?

Um sich anonym im Browser bewegen zu können, verschlüsselt eine VPN-Software Ihre Daten bzw. verbirgt Ihre IP-Adresse. Die Technologie baut quasi einen von außen nicht einsehbaren Tunnel zwischen zwei Endpunkten auf. Diese Endpunkte können Android-Smartphones oder iPads, smarte Fernseher und nahezu jedes andere internetfähige Gerät sein. Die tatsächliche Sicherheit hängt vom verwendeten VPN-Protokoll ab. Als sehr sicher gilt beispielsweise eine 256-Bit-Verschlüsselung, die für nahezu alle Geräte und Systeme verfügbar ist. Vor dem Versenden einer Anfrage verschlüsselt der Computer oder das iPad die Daten und sendet diese ans Ziel, also an den entsprechenden Server des Website-Betreibers. Dort werden die Daten entschlüsselt, gelesen und die Antwort wird ebenfalls wieder verschlüsselt und zurückgesendet.

Die hier vorgestellten VPN-Anbieter übernehmen dabei eine Vermittler- bzw. Stellvertreterrolle: Die VPN-Software verbindet Ihren Windows-Computer oder das iPhone mit dem jeweiligen angefragten Web-Angebot. Dabei ruft der Sever des Anbieters die Seite für Sie auf und gibt das Ergebnis an Sie weiter – die angefragten Seiten und Dienste sehen nur die IP-Adresse des VPN-Clients, nicht aber Ihre.

Anwendungsfälle und Vorteile von VPN-Verbindungen

Kritiker sagen, dass VPN-Verbindungen vor allem dafür genutzt werden illegale Machenschaften im Netz zu verschleiern – etwa die Nutzung von Tauschbörsen. Ein Vorurteil, denn richtig und legal verwendet, bietet VPN vor allem eines: anonymes und sicheres Surfen im Internet. Folgende Vorteile bei Internetnutzung bringen die VPN-Programme:

  1. Vermeidung von Filterblasen: Wer kennt es nicht: Beim Surfen im Internet tauchen auffällig häufig Links und Werbeanzeigen auf, die zu den eigenen Interessen passen oder Produkte zeigen, die man sich gerade erst bei Amazon oder auf einer anderen Shopping-Plattform angeschaut hat. Was auf der einen Seite praktisch klingt, birgt auf der anderen Seite die Gefahr, dass Sie nur stark gefilterte Inhalte sehen und es zunehmend schwierig wird, sich eine wirklich fundierte Meinung zu bilden – angefangen bei eher profanen Sachen, wie dem qualitativ hochwertigstem Staubsauger, bis hin zu politischen Geschehnissen, die auf Grund Ihres Browser-Verlaufs eventuell nur sehr einseitig beleuchtet werden. Wer das vermeiden möchte, kann mit Hilfe eines VPN-Clients die eventuelle Filterblase abschalten oder zumindest eindämmen.
  2. Wahrung der Privatsphäre: Spätestens seit der WikiLeaks-Affäre ist das Thema Datensicherheit und der Schutz der virtuellen Privatsphäre für jeden präsent. Wer hier gezielt etwas tun möchte, ist mit einer VPN-Software auf dem richtigen Weg.
  3. GEO-Blocking umgehen: Viele Shopping-Plattformen, aber auch Streaming-Anbieter, die international verfügbar sind, grenzen ihr Angebot länderspezifisch ein – so gibt es beispielsweise Serien auf Netflix, die nur in Amerika verfügbar sind oder Sie finden im Spanienurlaub bei Ihrer Online-Recherche auf Amazon andere Angebote, als zurück in Deutschland. Da die VPN-Anbieter meist Server in aller Welt haben, lässt sich mit Hilfe des Clients das sogenannte GEO-Blocking oftmals umgehen bzw. Sie simulieren mit Hilfe des Clients, dass Sie eine ausländische Website aus dem gleichen Land aufrufen. Beachten Sie dabei jedoch, dass der virtuelle Ortswechsel per VPN gesetzlich zwar nicht verboten ist, viele Unternehmen diesen in Ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen jedoch ausschließen. Im schlimmsten Fall werden Sie dann von der Nutzung des Angebots ausgeschlossen.
  4. Sicheres Surfen im offenen WLAN: Gerade wenn Sie viel unterwegs sind surfen Sie wahrscheinlich häufiger in offenen WLANs – so wie viele andere. Und gerade das kann ein Sicherheitsproblem sein, denn Sie wissen nie, wer noch in dem Netzwerk eingeloggt ist und ob dieser nicht eventuell Ihre Daten abfischt. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, ist auch in diesem Fall die Verwendung einer VPN-Software auf dem Handy oder iPad nützlich. Wenn Sie zu Hause einen Router mit entsprechender Funktion haben, zum Beispiel eine Fritzbox, können Sie Ihr Heimnetzwerk so konfigurieren, dass Sie von unterwegs über einen VPN-Client sicher innerhalb Ihres privaten Netzwerks surfen.

Expertenwissen: (Fast) Komplett inkognito surfen

Anonym surfen und keine virtuellen Spuren hinterlassen ist das Ziel eines VPN-Clients. Doch wenn man genau hinschaut, ist die totale Anonymität auch über VPN nicht möglich. Die Rückverfolgung und Zuordnung der Spuren zu einer Person wird zwar deutlich schwieriger – Profis können aber verschiedene Daten feststellen:

  • Beim VPN-Anbieter: Sogenannte Logfiles sind Protokolle über Zugriffe auf Websites bzw. Server. Auch wenn viele Provider behaupten, dass Sie gar keine Nutzerdaten speichern, ist die Wahrscheinlichkeit schon aus technischer Notwendigkeit heraus hoch, dass zumindest entsprechende Logfiles von VPN-Anbietern erstellt und gespeichert werden.
  • Beim Surfen bzw. im Browser: Die VPN-Software verschleiert zwar Ihre IP-Adresse, kann aber nicht verhindern, dass andere Meta-Daten beim Surfen vom Browser aufgezeichnet werden. Zum sogenannten OS- und Browser-Fingerprinting gehören beispielsweise Informationen über das verwendete Betriebssystem, also beispielsweise ob Sie mit der neuesten Windows-Version oder einem iOS-Gerät unterwegs sind, den verwendeten Browser, zum Beispiel Firefox, Opera oder Safari, und die Fenstergröße, die Hinweise darauf gibt, wie groß das verwendete Display ist. Um auch diese Spuren zu verwischen, gibt es separate Software.
  • Beim Provider: Mit Hilfe eines VPN-Programms verbergen Sie Ihre IP-Adresse. Ihr Provider erhält nur die Information, dass Sie dieses Tool nutzen, nicht aber, was genau Sie damit im Internet tun. Was toll klingt, soll für manchen Geheimdienst schon ein Signal sein, dass Sie etwas zu verbergen haben. VPN-Nutzer stehen also im Generalverdacht. Im Regelfall sollte das jedoch keine Konsequenzen für Sie haben.

Anonym surfen: Tipps für einen sicheren Browser

Ob mit oder ohne VPN-Client: Wenn Sie im Internet surfen, sind Firefox, Opera und andere Browser oftmals eine beliebte Sicherheitslücke. Doch mit wenigen Klicks können Sie – ergänzend zu der Einrichtung einer VPN-Verbindung – aus einem Standard-Browser einen sicheren Browser machen:

  1. Privater Modus: Firefox, Chrome und Co. verfügen über einen „privaten Modus“ (auch Inkognito-Fenster oder privates Surfen genannt). Aktivieren Sie diesen, speichern Firefox und Co. keine Cookies, Verlaufsdaten, Passwörter und Download-Infos – so erhalten Sie quasi einen anonymen Browser.
  2. Installieren Sie Add-Ons: Wie oben bereits erwähnt gibt es (teils kostenlose) Tools, mit denen Sie verhindern können, dass Browser-Informationen gespeichert werden (sogenanntes Browser-Fingerprinting) – damit ist die Zahl der nützlichen Sicherheits-Add-Ons allerdings noch nicht ausgeschöpft. Unterdrücken Sie gezielt das Tracking durch bzw. mit Google Analytics und anderen Tools, unterbinden Sie die Datenübertragung an Facebook oder stellen Sie Ihren sicheren Browser so ein, dass nur verschlüsselte Inhalte geladen werden. Die meisten Browser bringen von Hause aus außerdem sogenannte Werbe- bzw. Add-Blocker mit, die lästige Pop-ups unterdrücken.
  3. Warnung von Schad-Software: Neben einer funktionierenden Antiviren-Software, die Sie auf jedem internetfähigen Gerät installiert haben sollten, bringen auch viele sichere Browser Funktionen gegen Schad-Software mit. „Safe Browsing“ heißt diese Funktion zum Beispiel bei Google Chrome, die automatisch unsichere und gefährliche Websites blockiert. Außerdem gibt es sichere Browser, die auf die sogenannte Sandboxing-Technologie setzen: Der Browser funktioniert unabhängig vom übrigen System, die Installation von Schad-Software wird verhindert. Praktisch: Einige der von uns getesteten VPN-Clients sind Teil einer ganzen Sicherheits-Suite, d. h. Sie können nicht nur ein Abo für den VPN-Tunnel abschließen, sondern auch Antiviren-Software und andere Sicherheitsprogramme herunterladen und nutzen.

Vergleich: Die besten VPN-Anbieter 2020

Platzierung Produkt COMPUTER BILD-Testnote    
1. NordVPN 1,4 (sehr gut) Zum Testbericht Zum Angebot
2. Surfhsark 1,5 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
3. ExpressVPN 1,5 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
4. Cyberghost 1,6 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
5. Proton 1,7 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
6. Hide.me 1,7 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
7. VyprVPN 2,0 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
8. Windscribe 2,1 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
9. PerfectPrivacy 2,2 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
10. PureVPN 2,6 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
11. HideMyAss 2,8 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
12. AvastSecureLine 2,9 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
13. TunnelBear 3,0 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
14. ZenMate 3,1 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
15. Bitdefender Premium 3,3 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
16. AviraPhantom 3,9 (ausreichend) Zum Testbericht Zum Angebot