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von , über "primaplus XL (6.144/512)" von primacom , am um 19:47 Uhr

Mein Abschlussbericht

Da ich zum Januar zu einem völlig anderen Anbieter wechsle (bzw. wechseln darf, da ich umziehe),
möchte ich hier kurz meine 2 Jahre an Erfahrungen mit Primacom weitergeben:
1. Das Wichtigste - Die Geschwindigkeit
2. Technische Standards und Telefonie
3. Das Preis-Leistungsverhältnis / Tarifstrukturen
4. Rechnungen, Service, Problembewältigungen
5. Ausblick und Kündigung


1.GESCHWINDIGKEIT:
Ein Vorteil der Kabelmodems ist meistens, dass sie sich mit eigener letzter Meile des Providers zum Kunden auf einen Server der Primacom anmelden und dann mit kurzen Wegen zur Hauptzentrale von Primacom (in meinem Falle Leipzig) verbunen sind.

Zudem nutzen nicht allzuviele das Netz von PC (Primacom) und damit war die Geschwindigkeit bei mir hier in Halle immer konstant bei 5700 kbit/sec.

Und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit. Bei einer versprochenen 6mbit Leitung absolut OK.

Ausfälle des Internets dauerten maximal 1 1/2 Tage, aber dazu weiter unten.

Wenn das Internet funktionierte und die Traffic-Grenze noch nicht erreicht wurde, dann funzte alles wunderbärchenstens!

2. Technische Standards und Telefonie

PC liefert ein Single-Modem (also für einen Rechner und ein Telefon gedacht) mit Direktverbindung über PPP.

Nachteil:
Mehr als einen Rechner kann man nur mit einem selbst gekauften Router anschließen und ein Faxanschluss bzw. ISDN Telefon ist bei Primacom nicht vorgesehen bzw. ein Fax kann nur über Umwege und für sehr teures Geld betrieben werden, dazu weiter unten in den Tarifen.

Zudem fällt seit neuestem die zweite Telefonnummer in vielen Tarifen weg und muss teuer dazugekauft werden(je nach Tarif 9,99EUR bis 19,99EUR!!).

Dann zahlt man aber ein Schweinegeld und für die zweite Telefonnummer lässt sich auch keine Telefonflatrate mehr einrichten.

Es gibt zudem keine Möglichkeit auf die Konfigurationseinstellungen des Thompson-Modems zuzugreifen, geschweigedenn dort etwas zu verändern.

Wieso und welchen technischen Hintergrund diese Beschränkungen haben konnte mir Primacom bis heute nicht nennen.

D.h.:
Wer von zu Hause ein kleines VPN-Netz mit der Firma betreiben und dabei anständig faxen will (also ohne Faxweiche und noch einen Router mit entsprechenden Kabelsalat), dem empfiehlt sich PC nicht gerade, gleichwohl es möglich wäre, aber nur für Experten.

Die meisten schließen einfach mehrere Rechner, Telefone und Faxe an das Modem an und merken, dass dann manches nicht hinhaut.

Zudem:
Die Geschwindigkeiten von max.10mbit lassen sich ums Verreckenswillen nicht erhöhen, wer also mehr Rechner dauerhaft ans Netz hängen will, oder mehr Bandbreite benötigt, als die 10mbit, der hat eben auch Pech.

Hier liegt PC im Vergleich zum technisch Möglichem (MINIMUM 16mbit selbst über Kupferdraht bzw. über Glasfaser) am unterem Bereich des Machbaren.


3. DIE TARIFE!
Da die entsprechenden Leistungen im Vergleich eher niedrig angesetzt sind, ist Primacom nicht gerade der günstigste Anbieter:
Um diverse Kombiangebote nutzen zu können, braucht man als Neukunde einen digitalen Vollanschluss.
Dieser kostet rund 20 EUR und wird stillschweigend vorausgesetzt. Erwähnt werden immer nur die Preise, die oben draufkommen.

Dazu kommt dann bsp. ein Angebot von einer 6mbit Leitung mit Telefonflat (immerhin, die ist erst seit kurzem mit drin in den Paketen) und eine "Internetflatrate", die sich allerdings als Mogelpackung heraustellt, für zusätzlich 30 EUR, macht 50 Öcker gesamt jeden Monat.

Für diesen Preis bekommt bei allen (!!) DSL und Kabelanbietern Minimum 16mbit und sogar Fernsehkanäle bzw. teilweise sogar schon inkl. Mobilflats angeboten.

Durch versteckte Grundgebühren und bei vielen Alttarifen zahlen viele PC-Kunden noch 60 EUR und mehr für diese Leistungen.
Ein Wechsel in neuere Tarife, auf auch nachdrücklicher Androhung der Kündigung und auch nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit, nicht möglich.

Warum hiermit viele Altkunden derzeit vergrault und zur Kündigung des Anschlusses gezwungen werden, bleibt mir auch ein Rätsel.

Dann die sog. Flatrate:
Ab 50GB Traffic wird die Geschwindigkeit um die Hälfte gedrosselt.
Ab 80GB auf 25%.

In Zeiten als die Telekom noch Horrorpreise für Traffic verlangen konnte und Youtube, Myspace, Flash-Seiten und Videoportale &Co. noch nicht existierten, schien diese Grenze sicher noch praktkabel und sinnvoll zu sein.

Heutzutage kann ich es aber nicht nachvollziehen, wieso mir eine eh schon relativ gemäßigte Datenleitung von 6mbit in der Geschwindigkeit gedrosselt wird, sobald mal ein paar GB zuviel anfallen.

Des Weiteren ist der Trafficpreis so billig und PC dank ihrer vielen Altverträge so teuer, dass auch jenseits der 50 GB Trafficgrenze PC mit uns Kunden noch Geld verdient werden könnte.

Eine Drosselung halte ich nicht nur für nicht sinnvoll, sondern für schlicht und ergreifend träges, alteingesessenes Denken. Man will einfach nicht abschaffen, was eben schon da ist.

4. Rechnungen, Service...

Die Rechnungen gibt es seit diesem Jahr im August auch als PDF. WOW!!!

Diese Mörder-Innovation der PDF-Rechnung wollte ich schon 2006 haben und bekam glattweg ohne Ankündigung eine kostenpflichtige Papierrechnung im Abonnement und den Hinweis, dass aus "technischen Gründen eine Rechnung im PDF-Format derzeit nicht möglich" wäre.

Ich war sprachlos!

Zumal den Einzelverbindungsnachweis haben die ja seinerzeit schon, technisch bedingt immer um einen halben Monat verspätet, per PDF zusenden KÖNNEN.

Wahrscheinlich hat da mal zum Geburtstag bei viel Wein und Wodka ein Mitarbeiter der Einzelverbindungsabteilung dem Mitarbeiter aus der Rechnungsabteilung gesteckt, wie das da so geht, mit dem PDF und so.

D.h.:
Bis August diesen Jahres konnte man entweder darauf vertrauen, dass PC alles korrekt abbuchte und hatte gar keine Möglichkeit des Nachvollzugs der Rechnungslegung oder man zahlte dafür.
Eine Rechnungspflicht hielt PC lange Zeit für kleingeistigen Jusristenmythos.

Seit diesem August allerdings freut es mich allmonatlich, dass trotz PDF Rechnung und meiner Bitte um Abbestellung der Papierrechnung, Primacom weiterhin fleißig die 1,36 EUR für die inzwischen unnötige Papierrechnung abbucht.

Störungen, die bisher aufgetreten sind (2 an der Zahl) wurden von mir entweder selbst durch neue Verkabelung meinerseits am Endgerät oder durch eine offensichtliche Fernwartung behoben.

Das Lustige war, jedesmal als ich eine Störung monierte, kam per Hotline aus Leipzig die Aussage, dass man einen Techniker vorbeischicken würde, und der einen Zettel in den Briefkasten schmeißen werde, wenn er vor Ort war.

Nie habe ich einen solchen schicken Zettel zu sehen bekommen und dass ein Techniker irgendwas am Kasten gemacht hätte, ist auch sehr unwahrscheinlich, da unser Keller doppelt verschlossen ist und die restlichen 2 Mieter nie da sind und auch kein PC nutzen.

Dennoch wurden (wahrscheinlich per Fernwartung) die Probleme immer recht schnell behoben und die Leitung war dann wieder die alte.

5. Ausblick:
Insgesamt haben die oben genannten Gründe des mangelnden Telefoniestandards für Fax und die fehlenden Flatrates im Internetbereich und für die Telefonie der zweiten Leitung, bzw. fürs Ausland und Mobilnetz dann doch zum Wechsel zur Konkurrenz bewogen.

Eine Flatrate, die die gerade so ausreichende Geschwindigkeit auch noch drosselt, teuer zu bezahlen und das Gefühl zu bekommen, dass es eben auch mit Engelszungenzureden eben nicht billiger geht (Stichwort kein Tarifwechsel für Altkunden), lässt doch mehr Zweifel aufkommen, als Hoffnung geschürt werden kann.

Digitale Fernsehsender sind zudem eine feine Sache -
bei Primacom aber frage ich mich, ob die Neukunden die digitale Zwangsvernetzung einfach so mitmachen werden und die Altkunden, die natürlich gerne gegen Aufpreis digitale Settopboxen bestellen können,
die fehlenden 5 Sender aus dem analogen Netz auch einfach so hinnehmen werden, da sie ja jetzt mehr bezahlen.

Fakt ist auch, dass Primacom in vielen Einzugsgebieten unterwegs ist und dort Fuß fässt, in denen kein DSL Anbieter eine vernünftige Leitung anbietet und somit oftmals die Auswahl besteht:
Nimmste Primacom mit Pseudoflatrate und teuer oder nimmste Analog für teuer und langsam oder nimmste HSDPA / UMTS für teuer und ebenfalls Pseudoflatrate (dort beginnt die Drosselung oft schon ab 5GB/Monat).

Man könnte den Bericht übrigens auch kürzer fassen, in dem man sich die Bewertungshistorie von PC hier mal anschaut:
Als ich mich über PC zu informieren anfing, vor ca. 2 Jahren, lag er Bewertungsschnitt hier noch bei 3,6!

Jetzt sind wer mit vielen unzufriedenen Kunden bei 3,0 gelandet. Tendenz fallend?!?

Allgemein
Geschwindigkeit
Verfügbarkeit
Kundenservice
Preis-/Leistung

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Zu diesem Bericht wurden bisher 1 Kommentar abgegeben

Kommentar von Philskater 08.01.2012 um 18:00 Uhr
Also ich kunnte Erfahrungen in Staßfurt machen und muss für alles ein Minus geben. nur abzocke und sachen die ich nicht brauche...

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