Anzeige

von , über "DSL 2.000 (2048/384)" von Versatel , am um 19:01 Uhr

Wenn der 'Service' wieder mal keiner ist ...

Ich war 24 Monate Kunde von Versatel. Den weitaus größeren Anteil dieser Zeit habe ich gewartet, dass der Vertrag ausläuft. So etwas Schlechtes von Kundenbetreuung war mir noch nie untergekommen.

Hier will ich aber nicht über die Probleme berichten, sondern Lesern mit meinen dort gewonnenen Erfahrungen zu helfen. Denn, man sieht es erst im Nachhinein: das Über durch Versatel hat auch was Gutes gehabt; ich habe es gelernt / ich habe mich erkundigt, welche juristischen Möglichkeiten und Fallen es gibt.

Folgenden kann ich jedem Versatel-Geschädigten nur raten:
a) nie, wirklich nie die Hotline anrufen. Das habe ich auch nicht gemacht. Wer die Hotline anruft, ärgert sich meistens nachher über die lange Wartezeit und das was gesagt wurde.

b) nie, wirklich nie die Hotline anrufen. Lieber alles schriftlich formulieren und Versatel zur schriftlichen Antwort drängen. Dann hat man für weitere Möglichkeiten die Mittel in der Hand.

c) wenn das Internet mal ausfallen sollte, ruhig mal eine Email von einem anderen Anschluss aus senden oder wie ich es auch mal gemacht habe, eine Postkarte senden. Bei Email-Versand darauf achten, dass die Email als BCC auch an eine andere eigene Email-Adresse außerhalb des Wirkungsbereiches von Versatel geschickt wird. Dann kann sich Versatel im Fall der Fälle nicht rausreden.

d) Keine Angst vor Einschreiben. Ich habe ein ganzes Bündel an Einschreibquittungen. Nur so läßt sich eine Frist richtig setzen.

e) Informieren über fristlose Kündigung und außerordentliche Kündigung. Hier kommt der Vertragsende ggfs. erst 3 Monate nach dieser Kündigung. Eine Kündigung ist eine einseitige Handlung, die der andere bei entsprechender Rechtslage akzeptieren muss. Eine Bestätigung muss er nicht schicken, gehört aber zum guten Ton.

f) §321 BGB: Keine Leistung -> kein Geld, um es salopp zu nennen. Sollte Versatel dennoch Geld verlangen, dann dagegen einschreiten.

g) Achtet darauf, zu wie viel Prozent die Leistung in den Vertragsbedingungen garantiert ist. Bei Internetausfall zählt die Zeit für Versatel erst, wenn Versatel die Benachrichtigung empfangen hat.

h) Ein Fax ist juristisch nicht immer anerkannt. Die Nachricht könnte übermittelt werden und dann kommt es vor dem Drucken zum Stromausfall. Der Empfänger hat dann eventuell nicht die Chance gehabt, es zu lesen.

i) Jeden Internetausfall protokollieren, a) wann bemerkt, b) wann Versatel informiert, c) wann Störung behoben. Summiert es sich über die angegebene Ausfallzeit, stehen die Chance gut für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Vertrag, weil Versatel den Vertrag nicht erfüllt.

j) Bei Vertragsbeginn alle Dokumente zu dem Vertrag runterladen und speichern. Die Dokumente werden von Zeit zu Zeit angepasst und sind dann in dem für einen selbst notwendigen Stand nicht mehr erhältlich.

k) Einer Frage, die per Email gestellt und von Versatel ausgesessen wird oder vor der Beantwortung (wie so gerne) vorher abgeändert wurde, immer wieder stellen, zur Not auch mit Frsitsetzung per Einschreiben. Ist die Frage für die Erfüllung des Vertrages wichtig und Versatel beantwortet die Frage nicht, so kann sich daraus ein Grund für eine außerordentliche Kündigung ergeben.

l) Wenn Versatel Kosten verursacht, die Euch aufgrund von Aussitzen entstehen (beispielsweise Einschreiben für Fristsetzung zur Beantwortung), ruhig die nächste Lastschrift zurück gehen lassen und die Differenz überweisen. Habe ich auch gemacht, was Versatel hoffentlich als klares Zeichen erkannt hat. Weiteren Ärger daraus hat es nicht gegeben.

Hinweis: ich habe keine juristische Ausbildung. Alles habe ich in der Leidenzeit bei Versatel mir selbst zusammengetragen. Ich hoffe, dass es einigen hier hilft.
Allgemein
Geschwindigkeit
Verfügbarkeit
Kundenservice
Preis-/Leistung

War dieser Bericht für Sie hilfreich?

War hilfreich Nicht hilfreich
65 von 109 Benutzern fanden diesen Bericht hilfreich.

Zu diesem Bericht wurden bisher 2 Kommentare abgegeben

Kommentar von janine 04.12.2011 um 00:57 Uhr
Der neue Besitzer Versatels, die US-amerikanische Investorfirma KKR hat kein Interesse mehr an Privatkunden.
Kommentar von Flat 04.12.2011 um 15:22 Uhr
Interessante Hinweise, einige davon sehr hilfreich.

Eigenen Kommentar abgeben

Melden Sie sich mit Ihren Benutzerdaten an, um Ihre Bewertung abzugeben. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich hier registrieren.

Kommentar abschicken